Prof. Mag.
Kurt Brazda

Regisseur, Kameramann, Fotokünstler

* 1947

 

Lebenslauf

1947 in Wien geboren

  • Studium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Abteilung Film und Fernsehen -
  • Diplom in Bildtechnik/Kamera
  • Kunstgeschichtestudium
  • Studium kulturelles Management
  • Von 1970 bis 2002 Kameramann (ca. 600 Produktionen für die Film- und Fernsehwirtschaft)
  • Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender des Verbandes Österreichischer Kameraleute (AAC- Austrian Association of Cinematographers)
  • Vorstandsmitglied der Gesellschaft Bildender Künstler, Künstlerhaus und Leiter des Bereichs „Film und Fotographie “ des Künstlerhauses
  • Beschäftigung mit künstlerischer Fotographie diverse Ausstellungen im In- und Ausland
  • Österreichischer Kamerapreis „Goldener Kader ( Golden Frame )“
  • EUXXL Award 2010

Seit 2002 ausschließlich als Regisseur tätig:

  • Regietätigkeit für den ORF und andere europäische TV-Anstalten

  • Fernsehpreis der Erwachsenenbildung 2008

  • Lehraufträge an den Fachhochschulen Salzburg und St. Pölten

  • Mitgründer und Lehrender am Filmcollege Wien

  • Lehrauftrag beim SAE Austria

  • Vorträge, Seminare und Publikationen zum Thema „Bild und Filmsprache“

  • Gerichtlich beeideter Sachverständiger für Film und Fernsehen

Medienpolitische Aktivitäten

  • Mitarbeit an der Schaffung des österreichischen Filmförderungsgesetzes
  • Als Standesvertreter Planung und Einsatz für die Errichtung österreichischer Audiovisionsstrukturen sowie Mitarbeit an der Einrichtung eines modernen Urheberrechts für Filmschaffende in Österreich
  • Mitbegründer und Vorstandsmitglied der Verwertungsgesellschaft für Filmschaffende VDFS
  • Vorstandsmitglied im Dachverband der österr. Filmschaffenden bis 2014
  • Vorsitzender des WIFAR (Wiener Filmarchiv der Arbeiterbewegung) bis 2013
  • Mitglied des Working Conditions Committee der IMAGO( Dachverband der europ. Kameraleute)
  • Gründungsmitglied der Akademie des Österreichischen Films
  • Kurator ( gemeinsam mit Hubert Sielecki) der Filmreihe FREIES KINO im Künstlerhauskino

Filme als Dokumentarfilmregisseur

PICASSO UND DIE VILLA CALIFORNIE
Dokumentarfilm Frankreich/ Deutschland ARTE

DER STILLE EIN RAUM
Dokumentation ORF

PROFILE
Künstlerportraits Ges. Bildender Künstler Österreichs

DRESDEN
Dokumentation ORF

MAGIE DER BANALITÄT
Kurzfilmserie ORF

AUFBRUCH AUS DER DUNKELHEIT Hilfe aus der Depression
Dokumentarfilm ORF BR 3sat

VISIONEN DES ALTERS
Kurzfilmserie ORF

NACH BABYLON UND ZURÜCK
2-teiliger Dokumentarfilm ORF/ARTE

WIENSICHTEN/ANSICHTEN
Franz Vranitzky beschreibt “sein“ Wien ORF

GELEBTE TOLERANZ-SYRIEN
Dokumentarfilm ORF/ZDF

DAS VERHÜLLTE LEBEN - RENÉ MAGRITTE
Dokumentarfilm ORF

ALLES SEHR KOMPLIZIERT
Dokumentarfilm

EINE FRAUENGESCHICHTE
Dokumentarfilm BR Phoenix

AN DER SCHÖNEN ROTEN DONAU Österreich 1945-1955
Dokumentarfilm BR

DER MANN AUF DEM BALKON
Dokumentarfilm ORF 3sat

VOM MAKEL DER LANGZEITARBEITSLOSIGKEIT
Dokumentarfilm ORF

WAS HEISST DEN HIER RUHESTAND
Dokumentarfilm 3sat

VRANITKY
Dokumentarfilm

ERSCHLAGT MICH,ICH VERRATE NICHTS
Dokumentarfilm

Wie ich Dokumentarfilme sehe:

  • Was ist Dokumentarfilm?
  • Welche Aufgabe hat er?
  • Wie habe ich gearbeitet?

Evolution auf B

Der Komponist Karl Schiske und die zeitgenössische österr. Musik nach 1945
In Produktion

Kamera /Schnitt: Benjamin Epp
Produktionsleitung: Bernadette Stummer
Ton: Tony Tong Zhang
Buch/Regie. Kurt Brazda

Mit : Klangforum Wien, Kaori Nishii , Johannes Kallitzke uva.

Erschlagt mich, ich verrate nichts

Käthe Sasso, Widerstandskämpferin
Dokumentarfilm 2014

Buch: Brigitte Fenko, Kamera: Benjamin Epp, Regie: Kurt Brazda

Käthe Sasso (geborene als Käthe Smudits) ist eine der letzten Überlebenden aus der
Zeit des österreichischen Widerstandes gegen die Nazis und hat bevor sie nach
Ravensbrück deportiert wurde qualvolle Jahre in Gestapogefängnissen in Wien durchlebt.
Dabei wurde sie Zeugin und Leidtragende der gnadenlosen NS Justiz, die allein in
Österreich an die 1200(!) Unschuldige mit dem Fallbeil hinrichten ließ. Der Fokus des
Filmes richtet sich auf Käthe Sassos Aktivität und Haft in den Jahren 1938 -1944, in
welchen sie die wesentlichen ProtagonistInnen des österr. Widerstandes kennenlernte und
nur durch Ihre Jugend der drohenden Hinrichtung entging.
Aktueller Anlass für den Film war die Errichtung und Eröffnung einer Gedenkstätte am
Zentralfriedhof in diesem Jahr und zwar an jener Stelle, wo die Hingerichteten verscharrt
wurden. Käthe Sasso kannte viele von Ihnen persönlich und hat jahrelang dafür gekämpft,
dass die Republik diesen Menschen endlich offiziell die ihnen zustehende Würdigung
zuteilwerden lässt.
Regisseur Kurt Brazda lässt mit Kameramann Benjamin Epp Käthe Sasso ihren
Begegnungen und Erlebnissen von damals auf den Originalschauplätzen in Wien
nachspüren. Plötzlich finden wir uns in einer Stadt der Angst und Beklemmung wieder, in
welcher der Nazi-Terror Mitläuferschaft und Denunziantentum produziert und in der
Diffamierung, Arisierung und Deportationen an der Tagesordnung stehen. Es gibt
allerdings eine Gruppe von gut vernetzten Menschen, die im Untergrund agieren und in
täglicher Todesgefahr Widerstand leisten. Sie sind es letztendlich, denen unser Land ein
entscheidendes Quäntchen Ehrenrettung verdankt, welches gegen den selbst
zuerkannten und verlogenen Opfermythos anzurechnen ist.
Käthe Sasso gibt in diesem Film diesem Widerstand ein Gesicht, indem sie als
Überlebende jenen ihre Identität für die Nachwelt zurückgibt, die im Kampf für die
Menschlichkeit hingerichtet wurden und von denen viele bereits dem Vergessen
anheimgefallen sind.
Sie zeigt Orte in Wien, an denen Widerstand praktiziert wurde, geheime Treffpunkte, die
zum Nachrichtenaustausch dienten, Wohnungen, in denen subversiv
geplant und gearbeitet wurde. Wir erfahren von der Mühsal und tödlichen Gefahr mit
welcher damals der Druck und die Verbreitung von Flugschriften verbunden war. Wir
lernen letztlich auch Denunzianten kennen, die für jeden verratenen Kämpfer den
Schandlohn von 30 Reichsmark kassierten.
Schließlich führt uns Käthe Sasso noch an die Plätze ihrer Gefangenschaft wie zur „Liesl“
dem damals berüchtigten Polizeigefangenenhaus an der Rossauer Lände , wo das junge
Mädchen während der brutalen Gestapoverhöre wochenlang eingesperrt war.
Wir gehen mit ihr ins Landesgericht wo sie hautnah die letzten Tage und Stunden ihrer
zum Tod verurteilten Kameradinnen „Schwestern“ wie sie sie nennt, erlebte und selber
aufgrund ihrer Jugend nur knapp der Hinrichtung entkam.
Im Gefängnis lernte sie auch die legendäre Ordens- und Krankenschwester Maria
Restituta Helene Kafka kennen, eine Zentralfigur des Widerstandes gegen die Nazis, mit
der sie vor ihrer Hinrichtung noch einige Gespräche führen konnte. In ihren Erinnerungen
nennt sie Käthe liebevoll „Resterl“. Maria Kafka wie alle anderen Exekutierten am
Zentralfriedhof verscharrt und 1998 von Papst Johannes Paul II selig gesprochen, hat die
blutjunge Käthe damals zutiefst beeindruckt. Nicht zuletzt deshalb hat sie sich nach dem
Krieg für das ehrende Andenken der mutigen Ordensfrau vehement eingesetzt.
Dem Fallbeil knapp entgangen, blieb Käthe die Lagerhaft jedoch nicht erspart, indem sie
1944 ins KZ Ravensbrück deportiert wurde. Das aber ist eine andere Geschichte…
Käthe Sassos schon 1945 einsetzender unermüdlicher Kampf gegen das kollektive
Vergessen mündete schließlich sehr spät, aber doch in die Errichtung der vorher
erwähnten Gedenkstätte am Zentralfriedhof („Gruppe 40“), deren Eröffnung zweifellos
einen Höhepunkt in ihrem Leben bedeutet. Dieser Kampf mit all seinen Rückschlägen und
Enttäuschungen wird im Film ebenfalls thematisiert.
Anhand von Käthe Sassos Geschichte wird die aktuelle Bedeutung von Zivilcourage und
Widerstand bereits gegen die Anfänge jeder Form von Diktatur und Menschenverachtung
ins Bewusstsein gerückt.
TEAM
Regie: Kurt Brazda
Idee: Peter Weidner ( OÖ Freiheitskämpfer)
Buch : Brigitte Fenko Kurt Brazda
Kamera : Benjamin Epp aac
Wolfgang Hackl aac
Christian Bednarik
Ton: Tony Tong Zhang
Klaus Kellermann
Sprecher: Karl Ferdinand Kratzl
Schnitt: Benjamin Epp
Musik: Peter Kaizar
Mischung: Georg Mittermayr
Produktionsleitung/Aufnahmeleitung : Bernadette Stummer
Filmgeschäftsführung: Maria Friessner
Öffentlichkeitsarbeit: Michael Wanek
Produktion : WIFAR
gemeinsam mit
Lhotsky-Film
Mit finanzieller Unterstützung von:
ORF
Zukunftsfonds der Republik Österreich
Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus
BKA Frauenministerin
AK OÖ
Niederösterreich Kultur
Burgenland Kultur
Wien Kultur

DVD erhältlich bei WIFAR 1200 Wien Wallensteinstraße 68 0043 1 374 53 12 WIFAR

Vranitzky

Dokumentarfilm 2012

Kamera und Schnitt : Benjamin Epp
Ton: Christian Bednarik
Buch und Regie : Kurt Brazda
Mitarbeit: Herwig Libowitzky und Andreas Forst

Als Franz Vranitzky in seiner Eigenschaft als Bundeskanzler der Republik Österreich
am 8. Juni 1991 seine legendäre Rede vor dem Nationalrat hielt, in welcher er die Mitverantwortung österreichischer Bürger an NS Verbrechen eingestand, horchte die ganze Welt auf. Erstmals hatte ein offizieller Vertreter Österreichs, noch dazu ein Bundeskanzler, durch dieses Schuldeingeständnis in aller Öffentlichkeit unmissverständlich klar gemacht, dass Österreicher nicht nur Opfer nationalsozialistischer Politik, sondern in überproportionaler Weise auch Täter waren.
Eine echte Aufarbeitung, wie sie in Deutschland bereits nach dem Krieg eingesetzt hatte, gab es hierzulande erst nach jener denkwürdigen Rede, wobei die sogenannte „Waldheimaffäre“, die Vranitzky in seiner Funktion als Bundeskanzler hautnah erlebte, als Zündmechanismus diente.
Vranitzky zeigte aber auch Haltung, als er 1986 die von seinem Vorgänger Fred Sinowatz übernommene Koalition mit der FPÖ abbrach, nachdem der rechte Flügel dieser Partei Jörg Haider ins Amt des Bundesparteiobmanns gehievt hatte.
Zusammen mit dem damaligen Außenminister Alois Mock hat er Österreich in die EU geführt und ist wahrscheinlich einer der letzten einer Generation von Staatsmännern, die man als Architekten eines vereinten Europas bezeichnen kann.
Als Vranitzky 1988 zum Parteiobmann der SPÖ gewählt wurde, befand sich diese in einer nicht unbedingt glücklichen Lage. Das änderte sich zunächst auch unter Vranitzky nicht, allerdings konnte sie trotz Verlusten bei National- und Landtagswahlen ihre dominierende Position halten, was sicherlich auf den von Vranitzky betriebenen Modernisierungsschub zurückzuführen war.

Der Film von Kurt Brazda ist ein Versuch politisches Geschehen aus der Sicht eines Menschen darzustellen, der selber an entscheidender Stelle daran beteiligt war. Franz Vranitzky ist also Handelnder und Zeitzeuge zugleich. In bisher nie dagewesener Offenheit erzählt er Motive und Hintergründe sowie persönliche Erfahrungen mit dem politischen Alltag. Dabei spart der Erfolgsverwöhnte in ehrlicher Art und Weise auch Fehler und Niederlagen nicht aus und lässt uns seine persönlichen Befindlichkeiten dabei spüren.
Zahlreiche prominente Weggefährten kommen zu Wort und kommentieren, manchmal auch sehr kritisch, Person und Wirken. Trotzdem zeichnet sich ab, dass Vranitzky ein staatsmännisches Format verkörpert, das in der gegenwärtigen politischen Szene äußerst selten geworden ist.

Der Privatmann Franz Vranitzky blieb der Öffentlichkeit immer ein wenig verborgen. Im Film gelingt es dagegen - nicht zuletzt auch mit noch nie veröffentlichten Privatfotos- Mensch und Familie näher zu beleuchten.

DVD erhältlich bei WIFAR 1200 Wien Wallensteinstraße 68 0043 1 374 53 12 WIFAR

Was heißt denn hier Ruhestand?!

Dokumentarfilm 2012

60- und 70 jährige betreten zum ersten Mal jene Bühnen, die Profi Tänzerinnen bereits im Alter von 35 Jahren verlassen haben. Ihr Anspruch: sich in Form von zeitgenössischen TanzPerformances öffentlich zu präsentieren, als aktive KünstlerInnen und nicht als passives Publikum.
Die fünfzehn Mitglieder der „AGE COMPANY“ kommen aus unterschiedlichen Berufen: Wirtschaftsexpertin, Physiotherapeutin, Modell, Journalistin, Sozialarbeiterin, Telefonistin, Cutterin, Fremdenführerin, Kosmetikerin, Kulturmanagerin. Sie sind verliebt, verheiratet, geschieden. Sie leiden unter Bandscheibenvorfall, haben künstliche Hüftgelenke, grauen Star, Zahnprothesen Koordinationsschwierigkeiten. Jede hat ein anderes Motiv, mitzumachen: etwas Neues wagen, sich einen Lebenstraum erfüllen, der Einsamkeit entkommen, das eigene kreative Potential ausleben, endlich künstlerisch arbeiten.
Bescheiden, dankbar und freundlich sollten sie sein die Alten, zufrieden auf ein erfülltes Leben zurückblicken und weise nach vorne schauen, möglichst unauffällig und bewegungslos, so will es die Gesellschaft. Aber, ist das wirklich eine Perspektive für älter werdende Menschen?
Die Mitglieder der AGE COMPANY sagen „Nein danke“. Richtungswechsel ist angesagt, neue Geschichten wollen erzählt werden. Die dabei verwendeten Requisiten: die alternden Körper, diese Speicher von individuellen Geheimnissen, biographischen Brüchen, unerfüllten Hoffnungen, aufflackernder Wut, Angst vor der Liebe, Resignation über verpasste Gelegenheiten, der Sehnsucht nach Freiheit und von der Freude am Leben.
Der Film von Regisseur Kurt Brazda und Kameramann Benjamin Epp begleitet die AGE COMPANY über ein Jahr, nimmt teil am Leben einzelner Protagonistinnen und dokumentiert Frust und Lust beim Erarbeiten der Tanzgeschichten, die „Ästhetik“ der älteren Körper, an denen sich die jeweilige Lebensgeschichte ablesen lässt. Er zeigt die Arbeit der Choreografin sowie die Performance selbst. Die neue Generation der Alten sieht im Älterwerden neue Freiheiten und fragt sich „wann wenn nicht jetzt“, „warum nicht“, “was können sie mir schon tun“.

Nora Aschacher

Dokumentarfilm (48 Minuten) Österreich 2012
Idee: Nora Aschacher
Kamera und Schnitt: Benjamin Epp
Ton: Christian Bednarik

Buch und Regie: Kurt Brazda

Eine WIFAR Produktion mit
BENJAMIN EPP Film und
ARGE REGION KULTUR

Der Mann auf dem Balkon

THE MAN ON THE BALCONY
Dokumentary 2008

Rudolf Gelbard was deported to the concentration camp Theresienstadt alongside his
Jewish parents in 1942. Since 1945 he puts himself out for the clarification of the
Nazi-regime's crimes.
In this movie Gelbard leads us to certain venues of his child hood in Vienna, where
the "Jewboy" had to endure humilation after Hitler's march-in to Austria in 1938. He
also witnessed at first hand the cynically so-called "Reichskristallnacht" with its
pogroms and was also witness to the fire of the big synagogue in Vienna's
Tempelgasse. In October 1942 he was deported to Theresienstadt alongside his
family.
A substantial part of Kurt Brazda's documentary is dedicated to Rudolf Gelbard's
experiences in Theresienstadt, where he had to spend a crucial part of his childhood
and youth from 1942 to 1945. Of the 15.000 children to be brought to this forecourt of
extinction, only about 200 survived, including him.
We accompany him on a drive to Terezin/Theresienstadt. There he shows the scene
of his childhood, shaped of fear and hopelessness, unthinkable for those, who were
born afterwards. For him, it certainly is no easy journey...

WIFAR presents "THE MAN ON THE BALCONY"
Writer KURT BRAZDA
Camera BENJAMIN EPP AAC
ASTRID HEUBRANDTNER AAC
Editor BENJAMIN EPP
Sound CHRISTIAN BEDNARIK
Music MARKUS VORZELLNER
Clarinet JOACHIM CELOUD
Music-Recording WALTER ALTNÖDER
Concept MARKUS VORZELLNER
Director KURT BRAZDA
Year of production 2008

DVD erhältlich bei WIFAR 1200 Wien Wallensteinstraße 68 0043 1 374 53 12 WIFAR

An der schönen roten Donau

Dokumentarfilm 2007

Ein filmischer Rückblick von Kurt Brazda auf das Lebensgefühl der jungen Wiener
Nachkriegsgeneration ab 1945.
Wie ging es den jungen Mädchen und Burschen, die 1945 gerade aus den Kinderschuhen schlüpften
und als Teenies und Hoffnungsgeneration in eine neue Zeit - eine Zeit ohne Krieg - blicken durften?
Stand ihnen sofort die Welt offen? Welche Zukunftsvorstellungen hatten sie und wie sah ihre Realität
aus? Wie empfanden sie ihren Alltag, in dem der Hunger langsam verschwand, "Konsum" aber noch
ein Fremdwort war?
Der Wiener Regisseur Kurt Brazda ging für seinen 45minütigen Dokumentarfilm AN DER SCHÖNEN
ROTEN DONAU (Kamera: Benjamin Epp) diesen Fragen nach, sprach mit den damaligen Jungen und
forschte nach Archivmaterial. Vor allem aber fand er Gesprächspartner/innen, die - je nach
Temperament wehmutsvoll, begeistert oder illusionslos über ihr Leben als junge Frau/junger Mann im Wien der Nachkriegsjahre erzählen.

Noch Lichtjahre entfernt vom konsumorientierten Zeitgeist von heute entwickelten sich nach '45
Träume und Sehnsüchte von einem Leben endlich ohne kriegsbedingte Bedrohung, Hunger und
materieller Entbehrung. Die sich langsam lösende kollektive Angst gab wieder Raum für
zwischenmenschliche Begegnungen jeder Art, die zum Brennpunkt der alltäglichen Lebensführung
wurden: "Wir hatten nur uns und hatten Spaß dabei“ so berichtet die damals 23jährige Rosa Heinz im
Film. Unterhaltung, das hieß damals wie heute gemeinsames lustvolles Erleben, freilich mit einem
wesentlichen Unterschied zu heute: Alle hatten gleich wenig und von Wert war alles, was den Alltag
mit Freude erfüllte.
Auch von Politikverdrossenheit war in diesen Jahren noch keine Rede. Unter der Devise „Nie wieder“
erwachte in vielen jungen Menschen das Bedürfnis nach politischem Engagement, vor allem ging es
darum, den Einzelnen und seine Stellung in der Gesellschaft wieder in den Mittelpunkt zu rücken.
Auch der Humor durfte wieder kritisch sein: "An der schönen roten Donau" lautete ein besonders unter
der jungen Generation beliebter Gassenhauer von Hermann Leopoldi, in dem es um die
erschreckende Anpassungsfähigkeit der Österreicher ging - egal ob Naziherrschaft oder russische
Besatzung...
Regisseur Kurt Brazda: "Der Schwung und Optimismus von damals, wo alles noch so einfach schien,
wirkt wie eine schöne Illusion angesichts der politischen Niederungen unserer Gegenwart. Doch mir
ging es mit diesem Film nicht um eine unbotmäßige Verklärung einer schweren Zeit sondern darum,
dass diese Menschen eine „Schule der Genügsamkeit“ vorgelebt haben und dabei ein Glücksgefühl
empfanden, dass unserer auf Konsum und Besitz fixierten Generation abhanden gekommen ist."

DVD erhältlich bei WIFAR 1200 Wien Wallensteinstraße 68 0043 1 374 53 12 WIFAR

Alles sehr kompliziert

Dokumentarfilm 2003

Portrait des legendären österreichischen Kulturpolitikers und Bundeskanzlers
Kamera und Schnitt: Benjamin Epp
Buch und Regie: Kurt Brazda
Produktion : WIFAR

DVD erhältlich bei WIFAR 1200 Wien Wallensteinstraße 68 0043 1 374 53 12 WIFAR

Magie des Alltäglichen

Fotoserie 2000-2015

Die Dinge sind nicht, wie sie scheinen, sie scheinen nicht, wie sie sind. Realität ist die Projektion subjektiver Wahrheit und Traumbild zugleich. Indem wir die Dinge mit unserer persönlichen Weltwahrnehmung aufladen, erhalten sie Bedeutung, so geringfügig sie auch sein mögen. „Magie des Alltäglichen“ ist eine Spurensuche nach der inneren Sphäre, die sich in der äußeren abzeichnet. Die Seelenlandschaften, die wir in uns tragen spiegeln sich in der Wirklichkeit, unserer Wirklichkeit.
Kurt Brazda

Tanzparabel

Fotoserie 1984

Während der Dreharbeiten zu einem Tanzfilm auf Schloss Petronell entstanden, widmet sich diese Bilderfolge den Ruhephasen am Set zwischen den Aufnahmen und damit der Ermüdung, Erschlaffung und Entspanntheit, dem Warten und Vorbereiten auf den nächsten Einsatz vor der Kamera.
Wir alle warten. Worauf nur?

Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis

Fotoserie 1990

Das Vergängliche ist das Abbild des Ewigen.

Wien Nord

Stadtdokumentation 1986

Nocturnes

Nachtstücke aus Wien 1985 -2015

Gründung des Verbandes Österreichischer Kameraleute AAC

Im April 1976 wurde der Verband Österreichischer Kameraleute (AAC) als erste Berufsvereinigung von heimischen Filmschaffenden nach 1945 ins Leben gerufen. Nach Elio Carniel und Kurt Junek wurde Kurt Brazda 1984 zum Vorsitzenden gewählt und blieb es 25 Jahre lang bis 2009. Danach übernahm Astrid Heubrandtner diese Funktion.
Anbei historische Fotos von der Gründungsversammlung in der "Alten Schmiede" Schönlaterngasse

Lehraufträge

Seit 1999 unterrichtet Kurt Brazda an diversen Institutionen die Fächer "Dokumentarisches Arbeiten" und "Bildsprache"

Freies Kino

Einmal im Monat präsentiert die Gesellschaft Bildender Künstlerinnen und Künstler,
Künstlerhaus in ihrem Kino, in dem auch das Stadtkino beheimatet ist,
ungewöhnliche Laufbilder, die man sonst kaum zu sehen bekommt. Die Filmreihe wird vom bekannten Film- und Medienkünstler Hubert Sielecki und Kurt Brazda gemeinsam kuratiert.

Der Titel FREIES KINO ist im doppeltem Sinn zu verstehen: Einerseits als Kino, das
losgelöst , also frei von allen Konventionen, aufregende, bizarre, schräge und provokante
cineastische Arbeiten von sinnlich bis spröd, einem neugierigem Publikum vorsetzt,
andererseits bei freiem Eintritt die Schwelle dazu niedrig hält, um möglichst vielen
Menschen diese spannende Entdeckungsfahrt in ungewöhnliche Bilderwelten schmackhaft
zu machen.
Dabei geht es um das Ausloten und bewusste Erweitern von Wahrnehmungspotentialen.
In diesem Sinne sind Grenzüberschreitungen zur bildenden und performativen Kunst sowie
in die Gefilde aller nur denkbaren künstlerischen Disziplinen aber auch innovative
gesellschaftspolitische Statements wesentliche Markenzeichen des FREIEN KINOS.
Das filmische Experiment hat in Österreich Tradition, eine Tradition, die nunmehr von
zahlreichen Filmemachern weitergeführt wird. Das FREIE KINO versteht sich als Hotspot,
bei dem sie das Publikum mit ihren Arbeiten konfrontieren und mit ihm in Diskurs treten
können.

Wir erinnern uns

Nahestehende Personen sind eingeladen, ihre persönlichen Erinnerungen an
Prof. Mag. Kurt Brazda nieder zu schreiben.

Erinnerung schreiben

Einladung versenden

Erinnerung von Prof. Gert Rudolf (Freund und Sozialrechtsexperte)

"Künstler, Lehrer, Dokumentarist, Organisator, Gesprächspartner,
hilfsbereiter Freund.
Nichts ist oberflächlich, stets mit sozialer Kompetenz.
Vermittelt Staunen über Bilder und Musik. Kämpfer für soziale Gerechtigkeit.
Kurt Brazda im Jetzt."